Elektrische Verriegelungssysteme von Türen in Rettungswegen (EltVTR)

Seit 1988 ist es vom Gesetzgeber her möglich, an Notausgangstüren geeignete „elektrische Verriegelungen an Türen im Verlauf von Rettungswegen" zu installieren. Diese können im Gefahrenfall automatisch (z. B. durch Brandmeldeanlagen), von zentraler Stelle (z. B. Pförtner) oder von Hand im Türbereich freigeschaltet werden. Bei Ausfall der Stromversorgung oder bei Spannungsabfall wird die Türverriegelung automatisch freigeschaltet.

Der Schutz vor Mißbrauch kann durch weitergehende Vorkehrungen, z. B. Alarm beim unberechtigten Öffnungsversuch, erhöht werden.

Rechtsgrundlage für den Einsatz der Fluchtwegsicherungssysteme ist seit dem 01.05.1999 wird die "Richtlinie über elektrische Verriegelungssysteme von Türen in Rettungswegen (EltVTR)" angewandt. Diese wurde in den Mitteilungen vom 09.10.1998 des DIBt veröffentlicht und in die Bauregelliste 98/2 aufgenommen.

Da Notausgangstüren oft gleichzeitig Brand- und/oder Rauchschutztüren sind, ist die Anbringung zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen nur unter strenger Beachtung der zulässigen Änderungen gestattet. Die Systeme müssen vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden, der darüber eine Bescheinigung auszustellen hat. Dies ist natürlich auch im Rahmen eines Wartungsvertrages mit einer fachlich geeigneten Firma möglich.

Diese, die Anforderungen erfüllenden Systeme, bestehen in der Regel aus nachfolgend beschriebenen Komponenten:

Türverriegelung

Die Türverriegelung wird entsprechend der Nutzung und den örtlichen Gegebenheiten gewählt.

Flächenhaftmagnete und elektromechanische Verriegelungen (Dorma) lassen sich durch die Aufbaumontage einfach nachrüsten. Es müssen keine Veränderungen oder Ausschnitte an Türzargen vorgenommen werden. Probleme an den Türen in Rettungswegen, die gleichzeitig Feuerschutztüren sind, lassen sich so umgehen. Wichtig bei der Montage ist nur, daß die geforderte lichte Durchgangshöhe von 200cm nicht eingeschränkt wird.

Die Fluchttüröffner - zusammen mit dem Fallenschloß als Gegenstück - werden zusätzlich zum normalen Panikbeschlag in den Türrahmen bzw. in das Türblatt eingebaut. Der verdeckte Einbau erfreut besonders Architekten. Die Montage in der Mitte der Tür führt zu großer Stabilität, aus welcher ein zusätzlicher Einbruchschutz resultiert.

Bei allen Komponenten gewährleisten geräteinterne Kontakte einen Schutz vor Manipulationen.

Türterminal mit Nottaste

Zentrales Element der Türterminals ist der beleuchtete Nottaster, der die Spannungsversorgung zum Verriegelungselement direkt unterbricht. Je nach Anforderungen vor Ort und Hersteller sind folgende, zusätzliche Komponenten integriert:

- Profilhalbzylinder zur berechtigten Freigabe der Tür und zum Zurücksetzen des Alarmes
- Sirene zur akustischen Alarmierung
- Blitzlampe zur optischen Alarmierung

Rettungswegzentrale

Die Rettungswegzentrale ist das zentrale Element des Systems. Hier sind alle anderen Elemente angeschlossen und sie beinhaltet auch das Netzteil. Handelte es sich früher meist um dezentrale Einheiten, die nur eine Tür steuerten, so geht jetzt die Entwicklung auch zu großen zentralen Einheiten, die die Türen eines ganzen Gebäudes überwachen. Die Vorteile dieser auf SPS basierenden Zentralen ist die Vereinfachung der Notstromversorgung, da alle Systeme von hier mit 24 V versorgt werden und die Möglichkeiten der Anbindung an ein Gebäudemanagement-System über eine RS 232 Schnittstelle.

Optional läßt sich weiteres Zubehör anschließen. Dieses ist nicht Bestandteil der Übereinstimmungserklärung:

  • Schlüsselschalter für die berechtigte Begehung der Tür von Außen
  • Zutrittskontrollsystem für die berechtigte Begehung von Innen und Außen
  • Rauchmelder für die Freischaltung der Tür bei einem Brand
  • Akustische oder optische Alarmgeber für die Alarmierung
  • Zentrales Überwachungstableau für die Leitstelle

Wir führen elektrische Verriegelungen von folgenden Herstellern:
dormakaba
effeff